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Aufruf  gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Gewalt!

Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Marktbreit wenden sich mit Resolution an die Öffentlichkeit

 

Ein so genanntes Bündnis „Freier Widerstand MSP“ hat im Internet zu einer Mahnwache in Ochsenfurt aufgerufen. Das Motto der Aktion lautet: „Zeichen setzen gegen Gewalt - Multikultiterror entgegentreten“. Anlass dafür seien die jüngsten Gewalttaten in Ochsenfurt. Als Täter hat das Bündnis pauschal „Jugendliche mit Migrationshintergrund“ ausgemacht. Deshalb fordert es dazu auf, „den Mut aufzubringen gegen den Völkerzerstörenden Multi-Kulti-Wahn aufzustehen“. Das Bündnis-Pamphlet gipfelt in der Aussage: „Erlaubt auch Ausländern wieder ihre Wurzeln zu entdecken und unterstützt ihre würdevolle Heimreise!“

Wir, die Schüler des Gymnasiums Marktbreit, das sich einer Vielfalt von Schülern verschiedener Kulturen verpflichtet fühlt, rufen in einer Resolution alle Bürgerinnen und Bürger dazu auf, jedweder ausländerfeindlichen Hetze mit Zivilcourage entschieden entgegenzutreten. Dazu verpflichtet uns nicht nur die pure Menschlichkeit, sondern auch unsere Geschichte. Es darf keine Toleranz gegenüber rechter Gewalt, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit geben. Wir dürfen auch nicht hinnehmen, dass ausländerfeindliche Sprüche verschleiert, verdrängt oder gar verharmlost werden. Jeder von uns ist dazu aufgerufen, durch konkretes Handeln, vor allem  im persönlichen Umfeld, Solidarität mit ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern sowie ausländischen Gästen zu zeigen. Denn der Nährboden für Rechtsextremismus ist unter anderem deshalb so fruchtbar, weil es im Alltag oft an klarer Distanzierung gegenüber Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Gewalt mangelt.

Wir wünschen uns außerdem von allen Bürgerinnen und Bürgern, dass sie grundsätzlich gegen alle Formen von Gewalt und Diskriminierung, insbesondere Rassismus, aktiv vorgehen und somit einen Beitrag zu einer gewaltfreien, demokratischen Gesellschaft leisten.

Wir Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Marktbreit werden dies tun!

Die Schülermitverwaltung (SMV) des Gymnasiums Marktbreit im Namen der Schüler (V.i.S.d.P.: Lea Reinhard)

Das erste Programm der
Deutschen Friedensgesellschaft (DFG)
von 1892

·         "Der Krieg steht im Widerspruch mit der heutigen Kulturstufe zivilisierter Nationen. Seine Beseitigung ist vom Standpunkt der Religion, der Sittlichkeit und der Volkswohlfahrt gleichmäßig geboten. Der Krieg ist nicht einmal ein notwendiges Übel, da internationale Streitigkeiten erfahrungsgemäß auf friedlichem Wege gerechter beigelegt werden können. Daher gebietet nicht nur die allgemein menschliche, sondern auch im höchsten Grade patriotische Pflicht, zur Verhütung des Krieges mit seinen unabsehbaren Folgen alle Kraft einzusetzen.

·         Eine seiner Hauptwurzeln hat der Krieg in dem altbabarischen Fremdenhass stammenden Vorurteilen und Leidenschaften. In Wahrheit aber bilden die verschiedenen Nationen nicht feindliche Gegensätze, sondern einander ergänzende und fördernde Glieder der Gesamt-Menschheit, ihre wirkliche und dauernde Interessen sind demnach solidarisch. Diese grundlegende Erkenntnis gilt es hauptsächlich zu verbreiten durch die Erziehung in Haus und Schule, durch Literatur und Presse, Versammlungen und Vereine, durch die Volksvertretungen, durch möglichst ungehemmten Verkehr, durch Schutz der friedfertigen Ausländer, durch internationale Konkresse, Konventionen und Anstalten aller Art, wissenschaftlich, wie praktische, staatliche, wie private. Je mannigfaltiger und inniger die Beziehungen zwischen den Völkern sich gestalten, desto mehr wird Abneigung sich in Anerkennung und Freundschaft verwandeln.

·         Mit der friedlichen Gesinnung zugleich sind Friedensinstitutionen anzubahnen, deren Ziel es ist, auch in dem Verhältnis zwischen den Nationen anstelle der Gewalt das Recht zu setzen. Das Hauptmittel hierzu bildet das internationale Schiedsgerichtsystem. Beginnend mit Schiedsrichtern für den einzelnen Fall, wie sie sich bereits vielfach bewehrt haben, fortschreitend zu dauerhaften Schiedsgerichtsverträgen, wird dieses System gekrönt werden durch die Errichtung eines ständigen internationalen Schiedsgerichtshofes, welchem die Staaten unter Wahrung ihrer Unabhängigkeit und Selbstständigkeit sich freiwillig anschließen.

·         Eine bittere Frucht des bisherigen Zustandes ist der so genannte bewaffnete Friede, in Wahrheit ein schlechter Krieg, der durch fortwährendes gegenseitiges und daher nutzloses Wettrüsten am Mark der Völker zehrt und die Beseitigung sozialer Missstände und die Erfüllung der notwendigen Kulturaufgaben in hohem Grade erschwert. Als notwendige Folge zunehmender innerer und äußerer Friedfertigkeit wird sich eine allmählich möglichst gleichmäßige Verminderung der Rüstung aller Staaten ergeben, wodurch die erdrückenden Lasten erleichtert und die Gefahren vernichtender Völkerkriege abgewendet werden. Zur Förderung all' dieser hohen Aufgaben hat sich in wesentlicher Übereinstimmung mit den Friedensvereinen aller Kulturländer im Jahre 1892, auf dem Boden des geeinten Deutschen Reiches stehend, die Deutsche Friedensgesellschaft gebildet und über alle Gaue verbreitet. Alle, die zum Heile des teuren Vaterlandes und der Menschheit der hehren Friedenssache dienen wollen, können dies nicht wirksamer tun, als indem sie ohne Unterschied des Geschlechts, des Standes, des Glaubens und der Partei der Deutschen Friedensgesellschaft persönlich beitreten und ihr immer neue Freunde werben."

Dieses über 100 Jahre alte Programm hat leider an Aktualität nichts eingebüßt. Im Gegenteil: Es gilt heute mehr denn je. Dass dies in weiteren 100 Jahren nicht mehr gesagt werden kann – dafür setzt sich die IfFuG ein.